wolfsgeheul.eu vom 18.10.2017

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Wer die angesagte und/oder für ihn passende Gastwirtschaft in seiner Uni-Stadt nicht in kürzester Zeit allein findet, sollte sofort exmatrikuliert werden.

Wie bei mir in Aachen mit der finalen sogenannten „Kneipen-Rally“ werden aber seit Jahren die Erstsemester an ihrer Alma Mater tagelang begrüßt und wie die Kleinkinder bespaßt, gleichzeitig genehmigt man ihnen allerdings auf diese Weise auch ein kollektives Besäufnis. Zusätzlich werden sie durch die Universitätsräume gelotst und sie erhalten weitere praktische Ratschläge.

Wer hat uns in dieser Hinsicht damals geholfen? Niemand! Und trotzdem hat kein vernünftiger Mensch zu unserer Zeit länger als drei Tage gebraucht, um zu wissen, wo er das liderliche Studentenleben am besten genießen und auskosten kann. Die Suche nach der passenden Bibliothek oder dem richtigen Hörsaalgebäude konnte da schon etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, war aber auch eher sekundär und ergab sich früher oder später beim Verputz. Bei dieser zwangsweisen Eigenorientierung handelte es sich quasi um ein frühes Auswahlverfahren, das, wurde es nicht bestanden, schon in einer ersten Stufe die Spreu vom Weizen trennte. Eigentlich sollte es also, wenn Altakademiker im Umfeld des Neustudenten verfügbar sind, reichen, diese zu befragen.

Wer jedoch seine Jugend zusehr betüdelt, wird unfreie und unselbstständige Menschen ernten. Das richtige Leben erlernt man nur auf der freien Wildbahn und nicht im Laufstall.

Mein Plädoyer lautet demnach, daß alle Erstsemesterbespaßungsprogramme sofort eingestampft gehören. Die Gedanken müssen genauso frei sein, wie der Körper, in dessen Kopf sie sich bilden. Sonst entwickeln wir eine moderne Form der Sklavenhaltung. Und nichts widerspricht dem akademischen Gedanken mehr als das.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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wolfsgeheul.eu vom 03.10.2017

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Geteilte Freude ist halbe Freude!

Als wir früher am 17. Juni die deutsche Einheit gefeiert beziehungsweise hoffnungslos herbeigesehnt haben, war die Welt zwar nicht so, wie man sie sich wünschte, aber abseits der widerlichen Begleiterscheinungen der östlichen Diktaturen für die dortigen Völker groteskerweise irgendwie sogar in Ordnung. Die unfreiwillige Auflösung des Kommunismus hat genau dieses Gleichgewicht der Kräfte mehr oder minder über Nacht beseitigt und seitdem kreuzen wir in Europa zum Teil orientierungslos vor uns hin.

Während jedoch vor siebenundzwanzig Jahren und ein paar Jubeltage danach die Euphorie überwog und uns den Blick für die Realität verklärte, erleben wir die Einheitsfeier zunehmend ernüchtert und sehen uns nicht mehr in der Verfassung, ohne das Detail zu hinterfragen uns allein der ungehemmten Party zu überlassen. Für die Vernünftigen unter uns bleibt es aber ein denkwürdiger und letztlich frohstimmender Tag, da wir seither im gesamten Deutschland die Möglichkeit und Chance haben, das Beste aus unserer gemeinsamen Zukunkft in Freiheit zu machen. Danach zu streben, darf niemals aufhören, sei es aktuell manchmal auch noch so schwierig und zum Teil entmutigend.

Insofern möchte ich heute keine ungehobelten Proteste und speziell keine Trillerpfeifen mit Pegida-Gebrüll erleben.

Es wäre doch gelacht, gelänge die Einheit nicht irgendwann. Unsere Jugend ist ihr bereits jetzt weitaus näher, als manche denken. Und die anderen werden früher oder später folgen oder sterben und so ihren negativen Einfluß verlieren.

Das Ziel muß sein: Geeinte Freude ist doppelte Freude!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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