wolfsgeheul.eu vom 17.11.2016

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„Blowin‘ in the wind“!

Wer war eigentlich der Zweite bei der Jurywahl für den Literatur-Nobelpreis?

Wenn zum Beispiel bei einem Golfturnier jemand die Siegerehrung schwänzt, geht er seines Preises verlustig. Dieser wandert dann an den anwesenden Nächstplatzierten und so fort, so daß sogar Spieler außerhalb der „Medaillenränge“ manchmal in den Genuß einer kleinen Donation wie drei Bällen kommen können. Eine gute Übung im sportlichen Umfeld, das faires Verhalten einfordert, wozu eben auch gehört, unabhängig davon, ob man zu den Gewinnern gehört oder nicht, dem Ereignis und den Mitspielern bis zum Schluß durch seine Anwesenheit die Ehre zu erweisen.

Bod Dylan, dessen Wahl ich schon grundsätzlich in der Kategorie Literatur nicht verstanden habe, erhält für die ihm zuerkannte Ehrung fast eine Million Euro. Was spricht also dagegen – die Rücknahme des Preises steht nicht zur Debatte -, Herrn Robert Allen Zimmermann das Geld vorzuenthalten, wenn er meint, wegen angeblicher anderweitiger Verpflichtungen der Verleihung fernbleiben zu können oder gar zu müssen?

Da es keine eigene Leistung darstellt, hinter Dylan gelandet zu sein, verbietet es sich hier, nach der Methode „Golfturnier“ zu verfahren. Aber es dürfte doch sicherlich überhaupt kein Problem darstellen, im Bereich der literarischen Jugend-Bildung ein förderwürdiges Projekt zu finden, das mit einer solchen maßgeblichen Unterstützung etwas Sinnvolles anzufangen wüßte.

Es diesem abgedrehten und/oder durchgeknallten Barden für seine Unhöflichkeit, ja Unflätigkeit auch noch hinterherzuwerfen, erscheint mir auf jeden Fall als die schlechteste Lösung.

„Idiot wind, blowing every time you move your mouth“!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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wolfsgeheul.eu vom 25.11.2015

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Ein kleines Intermezzo vom Karnevals-Wolf!

Gestern habe ich mit einem Freund gescherzt. Wir sind zuständig für die Beschaffung von Karten für eine sehr beliebte Karnevalssitzung. Nachdem ich ihm begeistert mitgeteilt hatte, daß es mir unerwartet mühelos gelungen war, das gewünschte Kontingent zu sichern, rechneten wir uns spaßeshalber reich und philosophierten darüber, den Freunden zu erzählen, wie schwierig es gewesen sei, die Tickets zu ergattern, und daß wir leider den doppelten Preis auf den Tisch des Hauses hätten blättern müssen. Der Einwand, der Preis sei aber auf den Karten aufgedruckt, was es uns mangels weiteren Nachweises erschweren würde, den Aufpreis glaubhaft zu machen, warf uns aus den Träumen, umsonst feiern zu können. Mit Bedauern stellten wir fest, daß es keine „Damenkarten“ mehr gibt. Das wäre für unser Vorhaben ideal gewesen.

Die Damenkarte! Welch herrliche Erfindung unserer Vorväter! Das waren noch Zeiten, als man zum Essen einlud, und die Gäste nicht mit etwas Profanem wie den Preisen der dargebotenen Speisen belästigt und vor allem verunsichert wurden. „Fühlt euch frei in eurer Entscheidung“, eine freundliche Aufforderung, die für einen gut erzogenen, bescheidenen Menschen, der niemals die Karte von unten her liest, wie Hohn klingt. Wenn man aber gar nicht weiß, was der eigene Geschmack kostet, dann kann man diesem hoffentlich ernst gemeinten Angebot viel leichteren Herzens nachkommen, auch wenn man sicherlich weiß, daß ein Steak teurer als ein Schweinsbraten ist. Und gerade in hochpreisigen Lokalitäten kann einem der Preis doch bekanntermaßen fast den Appetit verderben. Diesem Gefühl nachzugegeben, dürfte uns schon so manches kulinarische Spitzenerlebnis vereitelt haben.

Warum gibt es also diese vornehme Art der Auswahlpräsentation nicht mehr?

Verständlich scheint, daß in Zeiten der Gleichberechtigung die geschlechtsbezogene Handhabung nicht mehr sachgerecht ist, wenngleich man der Ehrlichkeit halber eingestehen muß, daß auch früher schon nicht selten in Wirklichkeit tatsächlich eine Frau bezahlt hat. Wir Älteren erinnern uns mit Schmunzeln an so manche Verrenkung, mit der der Schein gewahrt und dem starken Mann heimlich das Geld untergeschoben wurde.

Aber was spricht dagegen, das Institut der preislosen Karte in den Fällen beizubehalten, in denen bekannt ist, daß eine bestimmte Person am Tisch allein die Zeche übernehmen wird? Eine solche „Gästekarte“ würde die Eingeladenen viel entspannter die herzliche Gabe des Gastgebers genießen lassen. Also, liebe Frauen, zurück zu den guten Wurzeln! Oder wollt ihr etwa, daß wir sehen, was wir euch wert sind!?

Und bei dieser Gelegenheit: Liebe Gastwirte der gehobenen Schiene, bittet uns zur Bezahlung der Rechnung einmal wieder vom Tisch weg, statt uns unterschiedlichste doofe Behältnisse vor die Nase zu stellen. Geld ist zu profan, um an der Tafel des Genusses gewechselt zu werden. Außerdem eine gute Gelegenheit, um einzig dem Financier den leidigen Akt mit einem Schnäpschen aufs Haus zu versüßen bzw. zu erleichtern!

Altmodisches gehört zuweilen angepaßt, aber nicht immer abgeschafft.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Karnevals-Wolf

P. S.: Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Die Sitzungskarten kosten inklusive Vorverkaufsgebühr 27,50 Euro, und nicht mehr müssen die Freunde zahlen. Besorgen war gratis! Ehrlichkeit kann auch eine Beschränkung  darstellen! Dafür braucht man aber keine Angst vor Spiegeln zu haben.

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