wolfsgeheul.eu vom 19.12.2017

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„Bitte Papier und Bleistift bereithalten!“

Die Älteren werden sich erinnern, daß obige Aufforderung standardmäßig in Funk und Fernsehen meist dann erging, wenn in der Folge Adressen und Einsendefristen beispielsweise zu Gewinnspielen bekanntgegeben werden sollten.

Bald bekommt der Satz eine neue Bedeutung, zumindest solange eine App-Lösung mit Fingerabdruck-Signatur per Smartphone noch nicht umsetzungsreif ist. Denn ähnlich wie in Schweden arbeitet auch in Deutschland eine gemischte Spezialistengruppe aus dem Justiz- und Familienministerium unter Leitung von Heiko Maas fieberhaft an einem Papier, das Menschen, die sexuell miteinander verkehren wollen, im Vorfeld tunlichst auszufüllen und zu unterschreiben haben.

Der Arbeitstitel für dieses längst überfällige und äußerst wichtige Projekt lautet #FuckYou-Erklärung. Das Formular muß – soviel steht schon fest – mit deutlich lesbarem Namen in Druckbuchstaben sowie der Personalausweisnummer versehen werden. Vordrucke sollen in jedem Schreibwarenladen erworben oder später auch aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Unklar ist noch, ob durch Ankreuzen gesondert das Einverständnis in die Ausführung bestimmter Sexualtechniken erklärt werden muß oder eine allgemeingefaßte Formulierung ausreicht. Letzteres erscheint Kritikern problematisch, da dann konsequenterweise während der sexuellen Handlung bei Wechsel zum Beispiel von Vaginal- oder Anal- zu Oralverkehr bei strenger Auslegung gegebenenfalls eine gesonderte Einverständniserklärung aufgesetzt werden müßte, was jedoch erstens den Fluß der Betätigung empfindlich stören könnte und zweitens Bedenken dahingehend hervorruft, ob in der Erregung überhaupt noch verbindliche Entscheidungen möglich sind. Besondere Schwierigkeiten sieht man auch bei Gruppensex. Deshalb plädieren sie für eine detaillierte und vollständige Angabe der geplanten Sexualhandlungen durch jede beteiligte Person vor Beginn, um Sicherheit in Bezug auf die Ernsthaftigkeit der Zustimmung zu haben und unliebsame Unterbrechungen zu vermeiden. Ebenso ist man sich noch uneins, ob es ausreicht, das Dokument bei sich zu behalten und zu Hause abzuheften oder – so die Hardliner – zusätzlich ein Durchschlag vor Vollzug bei der örtlichen Polizeidienststelle bzw. einem Notar des Vertrauens abgegeben und hinterlegt werden soll. Genaueres werden wir hoffentlich in Kürze erfahren.

Jedenfalls wird es zukünftig etwas schwieriger, sich einem potentiellen Sexualpartner wirklich derart zu nähern. Es sollte daher genügend Zeit eingeplant werden. Einvernehmliche Spontanentscheidungen, die auf  jede weitere Förmlichkeit pfeifen, sind dann zwar weiterhin möglich, ein Sprecher der Arbeitsgruppe weist aber darauf hin, daß Menschen, die sich derart leichtfertig verhalten, das Risiko eingehen, im Nachhinein nicht rechtssicher beweisen zu können, daß dem durchgeführten Schweinkram sämtlich ein geeinter Wille zugrunde lag.

So gilt demnächst wohl auch der Grundsatz „Ante coitum omne animal triste est“. Das ist aber nur ausgleichende Gerechtigkeit, denn warum – so muß man doch fragen dürfen – sollte es einem eigentlich vor dem Vögeln besser gehen als danach!?

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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wolfsgeheul.eu vom 16.07.2017

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Selbstverständlichkeiten brauchen nicht enthüllt zu werden.

Der Spiegel wird wegen einer vermeintlichen Enthüllung zitiert, weil ihm angeblich ein internes Polizeipapier vorliegt, in welchem für den G-20-Einsatz die Parole ausgegeben worden sein soll, daß die Sicherheit der hochrangigen Gäste der Konferenz Priorität habe.

Ach, was! Quelle surprise! Es erscheint doch wohl als selbstverständlich, daß den Mächtigen dieser Welt ein umfassender Schutz zuteil wird, wenn sie bei uns zu Gast sind. Das Infame dabei ist aber die immanente Unterstellung in dieser angeblichen Sensationsmeldung, daß nämlich die Sicherheit der Bevölkerung entsprechend zweitrangig gewesen sei. Diese Bösartigkeit läßt sich doch allein mit der Antwort auf die Frage widerlegen, wieviele vollkommen unbeteiligte Zivilisten denn körperlich Schaden genommen haben. Niemand, soweit bekannt! Sachbeschädigungen, die unbestritten massenhaft begangen worden sind und persönliches Eigentum der Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen haben, sind insoweit natürlich ausgenommen. Faktum aber dürfte sein, daß für keinen Menschen, der sich nicht freiwillig und ohne Not – und davon gab es unverständlicherweise als Schaulustige offensichtlich eine ganze Menge – in Gefahr begeben hat, jemals ein unverantwortliches Risiko heraufbeschworen worden ist. Genauso unstreitig sollte es sein, daß bei den Ausschreitungen im Schanzenviertel, selbst wenn man auf Verstärkung von Kräften, die durch die Absicherung der Großkopferten gebunden waren, gewartet haben sollte, die Polizei jederzeit die Übersicht hatte und eine Unzahl an Rettungskräften von Feuerwehr und Sanitätern bzw. Ärzten bereitstand, um umgehend einzugreifen, wenn Übergriffe auf Anwohner zu befürchten gewesen wären oder eine sonstige Gefahr für diese bestanden hätte. Außerdem gab es in der Minimierung des Risikos für die Polizisten im Einsatz einen weiteren guten Grund, besonnen vorzugehen. Soviel ist bei den Krawallereignissen also nicht schiefgegangen, wenn man einmal davon absieht, daß man eventuell das Ausmaß der Gewaltbereitschaft unterschätzt hat und mutmaßlich noch mehr Einsatzkräfte gebraucht hätte.

Nur, hinterher ist man immer schlauer. Also hören wir doch bitte auf, nur das Haar in der Suppe zu suchen und in Konsequenz erfolgreichen Stöberns, die Köpfe der Verantwortlichen zu fordern. Stattdessen sollte nüchtern Bilanz gezogen werden, damit man beim nächsten Mal noch besser gerüstet ist. Das wäre konstruktiv. Das Vorgehen der Journaille, hier gerade des Spiegels hingegen ist unproduktiv. Außerdem sollten besonders die linksgerichteten Blätter, die seit ewigen Zeiten und bis heute fortdauernd die Existenz und Gefahr linker Gewalt herunterspielen, aufpassen, daß sie sich nicht selbst ins Rampenlicht der Verantwortlichkeit rücken. Da ist nämlich bisher viel mehr schiefgelaufen als beim gesamten G-20-Einsatz.

Für Enthüllungen bei den vorgeblichen Enthüllungsjournalisten ist also noch ausreichend Raum.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

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