wolfsgeheul.eu 24.07.2015

0
0

Bei der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ geht es Schlag auf Schlag. Sie verantwortet nicht nur die Tabakwarnungen (siehe wolfsgeheul.eu vom 05.07.2015), sondern ebenfalls die grundsätzlich sehr sinnvolle Kampagne „Gib AIDS keine Chance“, die zur Zeit mit der Reihe „Ich mach’s“ auf den Plakatwänden wieder auf sich aufmerksam macht.

Aber warum muß es heute, wie leider auch im kommerziellen Bereich allenthalben, immer ein bißchen schlüpfrig sein!? Da lächelt uns eine ausnehmend attraktive, junge Brünette im fraulichen, grünen Kleid – endlich! – mit weißen Pünktchen – „Pretty Woman“ Julia Roberts beim Polo läßt grüßen – mit dem Slogan „Ich mach’s mit Latex.“ an. Natürlich ist es eine Anspielung auf das Präservativmaterial, aber die Assoziation „Fetischkleidung“ – wieder obendrein ein Minderheitenthema, was damit obwohl unrepräsentativ in den Vordergrund gedrängt und ohne Not hoffähig gemacht wird – ist gewollt. Und da liegt mit ziemlicher Sicherheit die leichte Schmutzigkeit nicht im Auge des alternden Betrachters; spätestens seit den peinlichen Dominaphotos von Gabriele Pauli weiß jeder etwas damit anzufangen. Eine verpaßte Chance, endlich einmal eine vollkommen normale, nicht gepiercte, nicht tätowierte hübsche Frau zu zeigen, die nichts Anrüchiges hat und stattdessen natürliche, unschuldige Schönheit ausstrahlt, ohne ihr einen halbseidenen Ruch zu verpassen. Ärgerlich!

Und dann gibt es auch „Ich mach’s mit Erfahrung.“ mit einer ergrauten Mittsechzigerin, der man durchaus abnimmt, daß sie sexuell noch aktiv ist. Was soll das denn!? Kann man tatsächlich AIDS mit Erfahrung verhindern oder sollte es nicht besser immer das Kondom sein!? Eine gelinde gesagt verunglückte Formulierung. Hier wird aber auch sonst eindeutig ein falsches Signal gesetzt, denn klar ist doch, daß die Achtundsechzigerin in der Anti-AKW-Bewegung, inWackerdorf, in Kreuzberg und an der Startbahn West ihre ersten sexuellen Erfahrungen ohne Präservativ gemacht hat, weil sie die Segnungen der Pille genießen konnte. Und es spricht wenig dafür, daß sie in ihrem weiteren Leben als Gymnasiallehrerin beispielsweise intensiv mit der Latexverhütung Bekanntschaft gemacht hat. Sie ist also gerade kein Vorbild und nicht glaubwürdig, wenn sie heute so tut, als benutze sie jetzt, wo keine Schwangerschaft mehr droht, plötzlich Kondome!

Der Bundeszentrale fehlt ganz offensichtlich ein glückliches Händchen. Vielleicht auch ein Beweis dafür, daß Beamte schlechte Werber sind. Oder sind da sogar Profis am Werk? Dann wäre es noch schlimmer.

„Ich mach’s mit Wut im Bauch.“!

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

0
0

Schreibe einen Kommentar