wolfsgeheul.eu vom 03.04.2015

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Zunächst muß ich mich bei Cecilia Bartoli entschuldigen, die mir fern lag zu verunglimpfen. Mein Beispiel hätte die Netrebko sein sollen, die ich für genauso überschätzt halte wie Lang Lang. Wer sich also gewundert und an meiner Fachkunde gezweifelt haben sollte, ist nunmehr hoffentlich wieder versöhnt. Etwas, das mir bei denen, die meine Meinung ohnehin nicht teilen, allerdings auch jetzt nicht gelungen sein wird.

Nun möchte über ein Thema schreiben, über das ich wenig bis garkeine Kenntnisse habe; und das genau ist das Thema. Vielleicht sogar auf eine gewisse Art zum ausgehenden Karfreitag passend!?

Gestern eröffnete nämlich unsere aus Singapur stammende, amtierende Lions Club- Präsidentin das monatliche Dinnermeeting mit einem bewegenden, persönlichen Statement. Zurück von einem Heimaturlaub griff sie den Tod des Staatsgründers Lee Kuan Yew auf und berichtete ausführlich von ihren zwiespältigen Gefühlen anläßlich der Trauerfeierlichkeiten, die sie hautnah vor Ort mitbekommen hat. Zwei ihrer Onkel waren nämlich in den Gründungsjahren als Kommunisten jahrelang auf Yews Geheiß inhaftiert. Eine Tatsache über die man selbst heute in Singapur besser nicht öffentlich spricht, will man Restriktionen vermeiden. Eine international besetzte Corona und die anderen Präsiden nahmen diese Schilderung mehr oder minder fassungslos auf, alles politisch interessierte und gebildete Menschen, die ihre Informationen aus vermeintlich hochstehenden Medien beziehen, das aber so nicht gewußt hatten, weil die Nachrichtenvermittler darüber nicht geschrieben und berichtet  haben.

Jeder, sowohl die, die schon dort waren, als auch die reinen Zeitungsleser, wußte etwas von harten Sitten, hoher Disziplin, harten Strafen auch für Ausländer z. B. Drogendealer(Todesstrafe), interfamiliärer Günstlingswirtschaft, aber von politischer Verfolgung dieser Art hatte noch niemand gehört. Wie bigott sich doch die freie Welt vom sicheren Hort aus gegenüber nicht hinnehmbarem Unrecht in der Welt verhält, wenn die dortige Staatsführung nur keinen sie störenden Blödsinn macht und ihr auch ansonsten nützlich ist. Was interessieren da schon ein paar Opfer politischer Unterdrückung, davon berichtet man auch besser nicht, um dem geneigten Diktatorenkreis nicht vor den Kopf zu stoßen. Wie alleingelassen man doch auf dieser Erde sein kann! Nun mag es sein, daß zum Zeitpunkt der Taten, die Welt noch größer, weil unvernetzt und weniger global war, aber daß man dann nicht wenigstens in den Nachrufen etwas, das die Opfer würdigt und rehabilitiert und den Täter nachträglich moralisch anklagt und entlarvt, schreibt, ist feige und heuchlerisch. Für grobes Unrecht gilt „De mortuis nil nisi bene.“ nach meiner Ansicht nicht.

Eine Schande für die freiheitlichen Demokratien dieser Welt, die wenig bis nichts dazugelernt zu haben scheinen, hat man doch auch dem teuflischen Treiben Hitlers viel zu lange gleichgültig und tatenlos zugeschaut, solange es einen nicht oder nicht zusehr betraf. Ich dachte, wir wären schon weiter.

„Es irrt der Mensch, solang‘ er strebt.“, aber vorsätzliche Irrungen und wissentliches Verschweigen hat der gute Goethe damit sicher nicht gemeint.

Gute Nacht!

Ihr/Euer Wolf

 

 

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